(bedrohliche Musik bitte hier einspielen)
..kleine Geschichte aus der Zeit vor der Schweinegrippe.
Eine Mama mit Kind im Schulalter stürmt die Rezeption des Kinderarztes.
"Es ist dringend, ich bin sofort hergekommen. Ich arbeite selbst in der [große, bekannte Unilinik], ich bin mir sicher, mein Sohn hat ein akutes Abdomen!!!"
Der Junge kam in ein Zimmer, und der zuständige Arzt wird abgefangen, als er nur die Klinke des anderen Behandlungsraumes berührt.
Ich springe natürlich sofort ins "Notfall"-Zimmer mitrein, immerhin hab ich sowas aufregendes noch nicht gesehn - ein akutes Abdomen!
Der Arzt wendet sich an den Jungen, der auf der Pritsche liegt:
"Wie gehts dir?"
- "Es geht so."
"Was ist los?"
- "Ich.. ich hab halt Bauchschmerzen. Da *zeig*"
"Hast du Fieber? Oder gespuckt?"
- "Nein. Aber pupsen muss ich sehr oft."
"Pupsen?"
- "Ja, gestern gabs Zwiebelkuchen. Ich und mein Papa pupsen dann immer wie die Weltmeister, sagt Mama."
Das akute Abdomen erwies sich dann als simple Blähungen ohne sonstige Beschwerden nach hochgradigem Zwiebelgenuss.
Die Mutter wurde dann darauf angesprochen, warum sie von einem wirklich ernstzunehmenden Notfall sprach, und sich als Medizinerin ausgab, die ein akutes Abdomen erkennt, wenn sie eins sieht.
"Na, in so einer Situation wird doch wohl eine Notlüge erlaubt sein. Wir wollten doch auch nur Sab Tropfen, das dauert doch nicht lange."
"In so einer Situation?"
"Na, sehen Sie nicht, WIE VOLL das Wartezimmer ist?!!"
vivalaviva - 3. Dez, 18:45
Ich hab jetzt, angeregt durch
Buchstabensalat das Layout farbentechnisch ein bisschen überarbeitet.
Dazu hab ich meine Helligkeit drastisch runtergefahren und einfach mal durchgetestet - ich hoffe, das diese Farbgebung für jeden gut zu lesen ist (meinen Lieblingsfarben grün und schwarz wollte ich nämlich nicht komplett untreu werden).
Falls doch ein Problem auftreten sollte, einfach bescheidgeben! :)
vivalaviva - 2. Dez, 18:15
Dank der Hilfe von Albert Zangerl habe ich nun einen Feed, den man unter
http://vivalaviva.twoday.net/index.rdf abonnieren kann.
So ganz hab ich das technische Krimskrams nicht im Griff, ich hoffe ihr versteht das. (Hey, ich war früher mal echt in sowas! Nur hab ich irgendwann den Schuss nicht mehr gehört. Das dürfte so .. 2005 gewesen sein. :D Seitdem tret ich auf der Stelle.)
Ich bin immer offen für Verbesserungsvorschläge, "Must haves" und Tipps. Ich weiß ja wirklich nicht, was man heutzutage so alles braucht :D
Was ich ganz praktisch fände, wäre eine zweite Kategorie für meinen Blog, sodass Geplapper und Berufliches getrennt wären - ich mache nebenher nämlich noch Buchrezensionen, sowie Reviews von verschiedenen Produkten, koche und backe gern - und naja, das übliche Privatgeplapper eben.
Da das für die meisten eher nicht interessiert, dachte ich mir, eine zweite Unterkategorie einzuführen, die man dann seperat anklicken muss, falls Interesse besteht und nicht auf der "Hauptseite" angezeigt wird.
Da ich mit Twoday allgemein nicht so gut zurechtkomme (mag auch an meiner Unfähigkeit liegen), hab ich mir auch schon überlegt, jetzt wo es noch nicht viel zu schleppen gibt, zu einem anderen Hoster umzuziehen.
Nun, wir werden sehn - vielleicht mal an einem Wochenende ;)
vivalaviva - 1. Dez, 20:07
Auch bei uns ist die neue Grippe angekommen, ein riesiger Schwall an kranken, "kranken" und gesunden Kindern überschwemmt die Ambulanzen. Auch prophylaktische Vorstellungen von beschwerdefreien Kindern in der Nacht von Samstag auf Sonntag sind mit dabei. ;)
Letztens stellte sich eine Mutter mit einem 5jährigen Kind vor, das recht schlimm hustete. Der Junge hatte das Schlimmste eigentlich schon hinter sich, fieberte nicht mehr, und jetzt musste nur noch der Schleim raus.
Die Mutter bestand jedoch vehement auf ein Röntgen.
Egal, wie gut ihr der Arzt zuredete, dass der Bub auf keinen Fall eine Lungenentzündung, sondern einen simplen Husten hatte - sie ließ es nicht gelten.
"Darum gehts mir doch gar nicht!", hat sie dann fast schon gebrüllt und gestikuliert.
"So wie er hustet, ist das was Schlimmes! Ich hab im Internet geschaut - es gibt so Knochenverwachsungen, dass die Rippen ganz schief und krumm werden und ihm in die Lunge stechen! ICH will nicht, dass MEIN KIND daran stirbt, dass er von seiner eigenen Rippe erstochen wird!"
Sie ließ sich nicht davon beeindrucken, dass das Kind keine Schmerzen hat, kein Blut hustet und vollkommen normal gewachsen ist. Jede Rippe war getastet und an ihrem Platz, doch die Frau steigerte sich immer mehr in die Sache rein.
Der Assistenzarzt war fast schon hilflos, denn die Dosis Röntgenstrahlen, die man dem armen Jungen umsonst und für nichts und wieder nichts durch den Körper jagen würde, ist ja auch nicht ohne..
Das letzte, was ich von der Dame gesehn habe, war, dass sie fluchend und keifend aus dem Zimmer gestürmt ist, und in einem sehr unangenehmen Ton verkündet hat, dass sie sich über so eine Ignoranz und so einen Leichtsinn beschweren wolle.
Leider weiß ich nicht, wie es weiterging - aber hey, immerhin eine, die sich nicht von der Schweinegrippenpanik anstecken ließ :D
vivalaviva - 28. Nov, 12:22
Mir ist noch was zu theatralischen "Hilfe, ein Notfall!"-Rufen eingefallen.
Als ich an der Ambulanz stationiert war, kam eine aufgeregte Mutter mit Kind im Arm um die Ecke gehetzt. Sie rief mir schon von weitem "Schwester, hilfe! Ein Notfall!" entgegen und mir rutschte erstmal das Herz in die Hose.
Ich rannte ihr entgegen und fragte total überfordert, was passiert sei:
"Mein Kind! Es ist.. keuch.. wir waren.. also.. beim Grillen.. es.. es hat eine ZECKE am Arm!"
vivalaviva - 22. Nov, 11:52
Wer hätte es gedacht, auch hier drehn die Eltern bezüglich der neuen Grippe rund.
Selbstverständlich machen sich die Eltern sorgen und kontaktieren beim kleinsten Verdacht auf Infekt ihren Kinderarzt - und der rät ihnen, zu Hause zu bleiben und das Fieber zu senken, weil sie auf dem Weg und vor allem im Krankenhaus viele andere anstecken bzw. sich anderes einfangen.
Nur passt das den meisten nicht und sie setzen sich dann schlichtweg ins Auto und fahren los.
Nach langer Wartezeit an der Notaufnahme (keifender Ton inklusive) kommen sie um die Ecke gehastet und rufen Sachen wie "Notfall!" oder "Schnell, mein Kind hat Schweinegrippe!"
... im Endeffekt stellt sich raus, dass das Kind weder Fieber, noch Husten, noch Schnupfen hatte, sondern die Mutter am Abend vorher Ausschlag an den Armen des Kindes gefunden hat (..und im Moment fidel durch die Gegend saust und spielt)
Hachja, Eltern. :)
vivalaviva - 22. Nov, 11:44
Ein gaaanz großes Wort im Bereich Pflege ist "Wertschätzung". Egal welche Voraussetzungen, Ressourcen etc. mitgebracht werden und welche Unterstützungen notwendig sind. Egal, wie eklig und aufwendig diese sind. Egal, wie unverschämt der Patient auch manchmal sein kann.
Besonders Chirurgen und OP-Pflegern sagt man oft nach, dass diese mit dem sozialen Kontakt nicht so zurecht kommen und deshalb auf diesen Berufszwig mit minimalistischen Kontakt umgesattelt sind.
Sicher ist nicht jeder so, sicher macht das jeder aus unterschiedlichen Gründen (einfaches Interesse am Fachgebiet reicht ja schon);
...aber teilhaben möchte ich euch trotzdem an ein paar sehr klischeehaften OP-Anekdoten:
Einem Patient wird bei lokaler Betäubung eine Gewebeprobe aus der Brust entnommen. Aus irgendeinem unerfindlichen Grund muss er niesen - und zwar mehr als 10 Mal hintereinander.
Chirurg: "Können Sie vielleicht mal aufhören? Das stört hier beim operieren."
Anästhesieschwester: "Unterdrücken Sie das mal! Sie würden das doch auch nicht wollen, dass jemand so unverschämt rumniest, während Sie versuchen ihn zu operieren! Dr. X hat ein SKALPELL in der Hand, es besteht VERLETZUNGSGEFAHR! Mann, Mann, Mann!"
vivalaviva - 14. Nov, 12:14
So stehts in der Akte vermerkt und manchmal ists ein Problem, manchmal auch nicht.
Die Tatsache, dass man nichts versteht, heißt aber trotzdem nicht, dass man unhöflich sein darf und sich benimmt wie sonstwas.
Man kann trotzdem lächeln und vielleicht sogar "Hallo" sagen, wenn jemand zur Tür reinkommt.
Man kann der anderen Person zumindest in die Augen gucken, wenn sie mit Gesten und mit Händen und Füßen versucht, sich verständlich zu machen.
Man sollte sich aber nicht einfach wegdrehn und zum Fernseher gucken, wenn man sich vorstellt und mit ausgestreckter Hand zur Patientin geht und seinen Namen sagt.
Gut, ok, das Verhalten akzeptiert man irgendwann.
Doch wenn jemand - der seit tagen weder Hallo, noch Danke, noch sonstwas sagen und verstehen kann obwohl man schon 2 Jahre lang in Deutschland lebt - plötzlich klingelt, einem das Frühstückstablett entgegenstreckt und sagt "Brötchen! Brot scheiße!"
... dann fühlt man sich etwas verarscht.
vivalaviva - 8. Nov, 16:00
Alles Eltern meinen es nur gut mit ihren Kindern. Besonders wenns um so eine besondere Situation geht wie einen Krankenhausaufenthalt ists doch fast klar, dass die Kinder nach Strich und Faden verwöhnt werden - nur manchmal wirds auch ein bisschen übertrieben.
Folgender Fall:
Ein kleiner Junge verunfallt - er fällt durch eine Glastür und zieht sich etliche Schnittwunden zu - teilweise auch sehr tief - und verlor recht viel Blut.
Nach zwei, drei Tagen hat er sich wirklich gut erholt, war aktiv und aufgeschlossen und wurde sehr von den Eltern verhätschelt (verständlich!).
Nur war es in diesem Falle so, dass die Verwandtschaft des Jungen ihn dermaßen mit Süßigkeiten zubombten, dass er sich regelmäßig übergab.
Als 4 jähriger Junge sind die Augen ganz sicher größer als der Magen - aber bei aller Liebe, da hätten die Eltern sich doch was sagen lassen müssen und es selbst merken. Denn wenn ein Kind 2 Mal am Tag Hanuta und Kinderriegel erbricht, liegt das sicher nicht daran, dass das Essen "zum Kotzen ist", außerdem die Schwestern "zu blöd" sind und er sich deswegen "so aufregt", dass er nach einer ganzen Tafel Jogurette loskübelt. :/
Sie haben alle Ratschläge nicht angenommen sondern haben darauf beharrt, dass die Mahlzeiten so schlecht sind, dass man sie durch Süßes ausgleichen muss ("Er muss doch immerhin IRGENDWAS GESCHEITES essen!")
Ich mein, über Krankenhausessen kann man sich wirklich streiten, aber wenn man fremdverpflegt gibts immerhin noch Essen von zu Hause, ne Brezel oder Brötchen vom Bäcker, oder von mir aus auch Pizza..
Mir hat der Kleine zumindest sehr leid getan.
vivalaviva - 1. Nov, 15:46
Also, Ärzte sind ja eh schonmal Halbgötter in weiß. Sie können und wissen viel, wenn nicht alles, und jeder horcht ehrfürchtig auf seine Worte...
Da fällt mir zwischenrein eine Anekdote ein: So ziemlich in meiner ersten Woche in der Klinik meinte ein Oberarzt in irgendeiner Situation, lächelnd "Na, ist ja klar, dass Frau X so flatterig ist. Für andere Menschen sind wir Ärzte unerreichbar und bessere Menschen, wir stehn ja quasi eine Stufe höher" - ich dachte an einen blöden Witz zum Auflockern; ich hab halt ein bisschen verlegen gelacht. Daraufhin hält er inne, hört urplötzlich auf mit lächeln und fragt mich knallhart und ernst: "Stimmt doch. Oder etwa nicht? Wir haben einige Jahre lang studiert, da kommt doch keiner mit einer simplen Ausbildung dagegen an."
Das fuhr mir richtig in die Knochen, weil ich nicht wusste: Witz oder Ernst? Will der mich Veralbern, mich auflaufen lassen, mich ins Schwitzen kommen lassen, mich bloßstellen (mit meiner simplen Ausbildung)?
Ich weiß es ehrlich gesagt heute noch nicht, aber er ist und bleibt mir immer noch unsympathisch. ;)
Zur eigentlichen Geschichte, heute mal was positives:
Ein Oberarzt, der eine ganze Familie dazu bringt, sich strahlend in die Arme zu fallen, mehrere 1000€ zu sparen und überhaupt das ganze Jahr zu retten.
Ein Junge kam einen Tag vorm großen Familienurlaub nach Australien in die Ambulanz - Verdacht auf Blinddarmentzündung.
Das Drama schlechthin. Die ganze Familie involviert, insgesamt 11 (!) Personen - und keine Reiserücktrittsversicherung.
Der Junge hatte zwar nach einigen Stunden keine Schmerzen mehr und fühlte sich wieder fit, Ultraschall war auch ohne Ergebnis, Blutwerte ok - aber alles hing vom Oberarzt ab.
Der Flieger ging am nächsten Tag am Mittag, zum einchecken musste die Familie halb 11 am Flughafen sein .. und Visite ist gegen 9.30. Mit knappen 45 Minuten Fahrtzeit war das eh recht knapp.
Die Spannung stieg, die ganze Station war total gespannt - die komplette Familie vorm Zimmer versammelt inklusive Gepackten Koffern.
Der Oberarzt kam, schaut den Jungen an (komplett gehfertig angezogen) und sagte nur "Viel Spaß. Nun hauen se schon ab."
Die Familie lag sich wirklich heulend in den Armen, das hat mich richtig berührt :) Die sind dann wirklich sekundenschnell von Station verschwunden und ins Auto gehopst.
Tja, da sieht man wieder. Ärzte eben. Sie haben die Macht.
vivalaviva - 18. Okt, 18:24
Es ist schon ziemlich lange her, da war ich im Kreißsaal stationiert. Abgesehn vom üblichen Geburtsvorgang hab ich ziemlich viel von den Menschen erfahren, die da ihr Kind bekamen, obwohl man vielleicht allerhöchstens 1 Schicht zusammen verbracht hat.
Einmal habe ich Live und in Farbe eine Variation der "Urban Legend" schlechthin gesehn.
Die Tür zur Station öffnet sich - eine offensichtlich Hochschwangere in Begleitung ihres Freundes; die Wehen haben eingesetzt. Der junge Mann (Mitte 20, etwas älter als die Schwangere) war total außer sich, konnte keinen klaren Gedanken fassen - normal bei so nem Ereignis, denkt man sich.
Das Heftige: Er wusste nicht bescheid.
Das kennt man normalerweise von "Vera am Mittag" - ein Mädel ist schwanger und merkt es nicht.
Dieses Mädchen hat jedoch ihre Schwangerschaft gemerkt; sie war sich aber unsicher ob sie das Kind behalten soll oder nicht. Plötzlich waren die 12 Wochen um ... und sie hat es verdrängt.
Und ihre Familie hat es schlichtweg nicht gemerkt.
Sie hat zugenommen, sicher - aber sobald jemand auf dieses Thema zu sprechen kam, blockte sie mit den Worten "Lass mich in Ruh', du hast doch auch schonmal zugenommen" und "Mir ist das peinlich so dick geworden zu sein, lass es einfach".
Und alle haben es einfach hingenommen.
Am Morgen, als die Wehen einsetzten, stieg sie nach dem Weckerklingeln zur Frühschicht aus dem Bett (Ja, da sie hat wirklich bis zur Geburt schwer körperlich gearbeitet) und krampfte plötzlich zusammen:
"Wir müssen schnell ins Krankenhaus, Jens."
-" Meinst du, es ist der Blinddarm?"
"Nein, ich bekomme ein Kind."
Ja, da lag sie nun; glücklich mit ihrem gesunden Mädchen auf dem Arm.
Sie ging immer so liebevoll und nett mit ihrem Baby um und ließ es nicht aus den Augen; war zwar unsicher, nahm aber gern Hilfe an und setzte alles sehr toll um - oft werden nichtmal Wunschkinder so außergewöhnlich zärtlich behandelt.
Ihr Freund sich noch während des Krankenhausaufenthaltes von ihr getrennt, weil er mit der Situation nicht klar kam.
vivalaviva - 17. Okt, 16:38
Bei Pharmamas Dummheits-Post ist mir eine ähnliche Geschichte eingefallen:
Kinder spielen gern.
Kinder spielen gerne das nach, was sie sehn.
Und wenn Mama, Papa, Oma oder sonstwer verschiedene Medikamente zu sich nehmen muss, wird das ja nicht heimlich und versteckt gemacht - muss ja auch nicht.
Wenn aber Mama, Papa, Oma oder sonstwer die Medikamente eingenommen hat, sollten die doch auch weggeräumt werden.
Vor allem, wenn es kleine Kinder im Haus gibt..
Stationäre Aufnahme von zwei lebhaften, grinsenden und kichernden, noch nichtmal 8 Jahre alten Lausbuben.
Die beiden sind Geschwister, knapp 1 Jahr auseinander, und waren übers Wochenende bei den Großeltern zu Besuch - von denen sind sie auch in heller Aufregung zur Klinik gebracht worden.
Tick und Track (ich nenn die beiden jetzt mal so) haben sich also schrecklich gelangweilt, haben bei Omma natürlich kein Spielzeug, Nintendo gibts dort auch nicht und außerdem (wie rückschrittlich.) eh nur einen Fernseher, auf dem der Opa aber Tatort anschaut.
Man weiß nicht genau wie es kam, aber die beiden Buben verzogen sich also in die Küche und haben versucht, sich zu beschäftigen. Es war erstaunlich lange erstaunlich ruhig, und als die Oma die beiden Buben ins Bett schicken wollte, fand sie die beiden in der Küche.. versammelt um ein paar leere Tabletten-Blister.
Die zwei Guten haben schlichtweg Opas Gicht- und Wassertabletten gevespert.
Wieviel genau? Das wusste die Oma nicht mehr, weil der Opa seine Tabletten eh nicht regelmäßig einnimmt ... weil die so teuer sind. Aber viel kann nicht mehr dringewesen sein; das weiß sie noch, weil sie erst vor zwei Wochen darüber gestritten haben, ob Opa nochmal zum Arzt geht und ein neues Rezept dafür holt oder nicht ("Der blöde Sack." - Zitat!).
Im Krankenhaus waren die Kinder dann nur zwei Tage zur Beobachtung - Gott sei Dank waren scheinbar in den zwei Blistern kaum mehr als eine Hand voll Tabletten übrig und es hatte keine nennenswerte Auswirkungen (außer häufige Klogänge).
Zumindest alle Beteiligten dürften daraus gelernt haben.. hoffe ich. Denn SO toll haben die Dragees bestimmt auch nicht geschmeckt..
vivalaviva - 13. Okt, 15:01
Etwas, was einem oft begegnet in der Kinderkrankenpflege, ist der runde Tisch.
Es gibt oft Problemfälle in ganz vielfältiger Art, die dort besprochen werden; beteiligt sind dann das Jugendamt, die Krankenhausleitung, die Krankenschwestern und noch einige andere Parts.
Jedenfalls.. ganz am Anfang meiner Ausbildung war ich auf der Kinderchirurgie. Und dort bekam ich meinen ersten runden Tisch mit.
Eine Patientin kam zu einer ambulanten Operation - die Leute kommen dazu am Morgen, werden dann operiert, schlafen sich aus und dürfen am Nachmittag wieder nach Hause, wenn es keine Komplikationen gab.
Diese Patientin blieb jedenfalls ein bisschen länger.
Diagnose: Genitalwarzen.
Nein, das allein war nicht der Grund.
Der Hauptgrund war, sie war erst 5.
Nun, wie kommt ein 5jähriges Kind zu einer Geschlechtskrankheit, die (so gut wie) ausschließlich durch sexuelle Kontakte übertragen wird? Das entsteht ja nicht aus dem Nichts.
Die (alleinerziehende) Mutter konnte sich das nicht erklären, sie selbst sei gesund, eine Ansteckung über Toilette und so weiter sei also bei ihr zu Hause nicht gegeben.
Richtig hatte sie der Kinderarzt aber auch nicht informiert, sondern hatte ihr nur die Überweisung gereicht - sie war sich also über die Ausmaße nicht wirklich bewusst; sie wusste nicht, weshalb die Pflegerinnen ein wenig entsetzt über die Diagnose waren; sie wusste auch nicht, dass man diese Feigwarzen fast ausschließlich über sexuellen Kontakt kriegt (sondern dachte eben an schmutzige öffentliche Toiletten).
Die Kleine sei nämlich optimal betreut, im Kindergarten, zu Hause bei ihr - und an den Besuchswochenenden beim Vater der Kleinen.
Ja.
Wir alle dachten nur "Sorry, ich geh mich mal eben kurz erbrechen."
Ich brauchs wohl fast nicht mehr zu schreiben:
Der Vater war infiziert, hat die Kleine wohl seit der Trennung missbraucht und auch angesteckt.
Rechtliche Folgen blieben nicht aus, selbstverständlich kein Besuchsrecht mehr, psychologische Betreuung für Mutter und Tochter.
Aber der bittere Nachgeschmack bleibt.
Und irgendwie möchte man wirklich sagen: Geschlechtskrankheiten haben doch einen Nutzen.
vivalaviva - 11. Okt, 18:20
Hey und guten Morgen,
seit einigen Jahren blogge ich jetzt schon - über alles mögliche. Meist Privates, Hobbys, Freunde, Tratsch, und zu einem großen Teil auch berufliches.
Ich arbeite nämlich als Kinderkrankenschwester, bzw. befinde mich noch mitten in der Ausbildung.
Und grad in der Ausbildung durchläuft man soviele Stationen, lernt soviele Leute und Schicksale kennen, erlebt Interessantes und Lustiges, aber auch schockierendes. Achja, zum Kopfschütteln findet man natürlich auch einiges. ;)
Diese Geschichten wurden eigentlich immer gern gelesen, deshalb dachte ich, ich reih mich einfach mal ein in die eh schon überfüllte Sparte der Berufsblogger. Jede Geschichte ist es wert, erzählt zu werden, denn: jedes Schicksal ist einzigartig.
Ich selbst lese eigentlich sehr viele Blogs. Beruf, Privat, Bücher, Make-Up und anderer Mädchenkram.. eigentlich ist keine Sparte vor mir sicher und so verfolge ich, mehr oder minder täglich, ein ganzen Wust an Blogs.
Ich grüße euch ganz lieb. :)
vivalaviva - 8. Okt, 15:46