[>>]

Mittwoch, 3. Februar 2010

Huch!

In der sauber-Abteilung herrscht gähnende Leere - es gibt keine Nachttische mehr. Oh Schreck.
Macht ja nichts ... ich marschiere also in ein leeres Zimmer, um ein unbenutztes Nachttischchen zu holen.
Und kassiere den Schreck meines Lebens.
Mit um zwei Jahre verkürzter Lebensdauer stolpere ich Rückwärts und fall fast hin.

Oh - mein - Gott!
Da ... da liegt jemand reglos im Bett!


Was war passiert:
Eine türkische Frau, die nur recht schlecht deutsch sprach, kam mit Schmerzen in die Klinik.
Unten an der Info konnte sie sich wohl nicht gut verständlich machen und fragte nur nach "Frauenstation" - die Dame an der Info dachte, sie käme zu Besuch und schickte sie also in den 3. Stock zur Gyn.
Dies war der Auslöser, der die gute Frau Patient dazu animierte, mit dem Fahrstuhl hochzufahren, dann dort kurz ans Stationszimmer zu klopfen (wo sich niemand befand)... sowie sich dann eben einfach ein leeres Zimmer zu suchen und sich ins Bett zu legen.

Da lag sie also und wartete mit Bauchschmerzen auf eine Schwester (die sie ja erwartete, immerhin hatte sie ja unten bescheid gesagt)... und schlief schlussendlich ein.
5 Stunden später hab ich sie gefunden und aufgeweckt.

Ein großer Schreck für beide.
Aber die Bauchschmerzen waren nach dem tiefen Schlaf immerhin weg.

Sonntag, 24. Januar 2010

Das gute Recht

Sie besuchen vielleicht ihre Schwester/Cousine/Freundin und haben ihre zwei Kinder dabei.
Trotzdem ist es nicht sehr nett, unsere Stationsschränke aufzureissen und sich zu bedienen. Ja, auch wenn sich ihre Töchter langweilen und was spielen wollen.
Nein, es ist nicht ihr gutes Recht, unsere Spielsachen zu benutzen, nur weil sie zu Besuch sind.
Nein, es ist auch nicht ihr gutes Recht, ihre Kinder bei uns im Stationszimmer zu lassen, damit sie mit ihrer Schwester/Cousine/Freundin ungestört ins Café gehn können.
Nein, wir sind nicht dafür da, um ihre Kinder zu betreuen.
Ja, wir sind Kinderkrankenschwestern, aber bevorzugen es, uns um unsere Patienten zu kümmern - und nicht fremde, mitgebrachte Kinder zu entertainen.
Doch, wir haben sehr wohl was anderes zu tun als Kaffee zu trinken .


Mein Gott, manche Leute sind unglaublich.

Sonntag, 17. Januar 2010

Besucher

Bei den Kindern sinds meistens die Eltern, die zu Besuch kommen, aber bei den Erwachsenen sind es eben Freunde, Verwandte und Geschwister.

Nun gibt es verschiedene Typen an Besuchern:

Typ 1: Der Choleriker
Besucher kommt frohen Schrittes ins Schwesternzimmer und tritt ein (!).
"Hallo!"
- "Ja.. bitte?"
"Ich möchte meine Schwester besuchen!"
- "Ja... gerne. Hören Sie, dies hier ist das Stationszimmer, Sie haben hier eigentlich keinen Zutritt.. könnten -"
"Ja, bringen Sie mich halt hin! Woher soll ich wissen, in welchem Zimmer sie liegt?!"
- "Zu wem möchten Sie denn?"
"Sakrament! Hab ich doch gesagt! Hören Sie mir nicht zu?!"
- "Ich weiß nicht, wer ihre Schwester ist. Ich kann doch nicht hellsehen."
"Unverantwortlich, SO JEMANDEN auf die Station loszulassen! Kennt nichtmal die Patienten! Wissen Sie was? Ich werd mich beschweren, DAS kann ich Ihnen sagen!"
(Verlässt wutschnaubend den Raum)


Typ 2: Der Hotelinspektor
Klingel. Ich geh ins Patientenzimmer und schau die Pat. fragend an.
Ich: "Alles in Ordnung bei Ihnen, Frau X?"
Besucher: "Ein Wasser und ein Kaffee bitte."
Ich: "???"
Besucher: "Ein Wasser! Ich möchte ein Wasser und meine Frau eine Tasse Kaffee!"
Ich: "Auf dem Flur steht ein Kaffeeautomat, da kann man sich für 50 Cent einen rauslassen. Mineralwasser steht vor ihnen auf dem Tisch."
Besucher (steht auf, geht auf mich zu): "Mit Milch und Zucker, ja?"
... und drückt mir ein 50 Cent Stück in die Hand.

Typ 3: Der unterwürfig Dankbare
"Verzeihung, darf ich kurz stören? Oder soll ich später nochmal kommen? Ich hab nur kurz eine Frage."
- "Klar. Legen Sie los. Worum gehts denn?"
"Also, sehn Sie... ich hab hier.. also, meine Schwester ist ja hier.. und ich hab mir gedacht, ich bring mal was.. und jetzt steh ich da.. und hab keine Ahnung, wo ich die Blumen reinstellen soll. Ich hab absolut nicht dran gedacht, dass man ein Gefäß braucht. Und jetzt steh ich halt ohne da und wollte.. also, ich hab mir gedacht.. vielleicht hätten Sie..Ach, ich bin so ein Idiot."
- "Blumenvasen stehen neben den Aufzügen auf dem Regal."
"Klasse. Sie sind toll. Danke! Ich danke ihnen vielmals!"


Typ4 : Der Wikipediaarzt
Klingel.
Ich: "Ja, Frau X?"
Pat.: "Eigentlich ist nichts. Meine Schwägerin wollte, dass ich sie hole. Damit Sie ihr was erklären."
Bes.: "Erklären! Ich will nichts erklärt haben! Ich fordere SOFORT, dass meiner Schwägerin geholfen wird!"
Ich: "Oh.. Worum gehts denn?"
Bes.:"Ich hatte früher einen Milchstau. Das waren vielleicht Schmerzen. Ganz geschwollen und gespannt war das. Oh, was hab ich gelitten. Und ich will jetzt SOFORT, dass sie eine Salbe für ihre Brüste kriegt! Ich hab gelesen, dass sie sonst eine Brustentzuündung kriegen kann!"
Ich: "Frau X, hat sich seit vorhin was gravierendes ergeben? Haben Sie denn Schmerzen?"
Pat.: "Nö nö, alles wie heut früh. Der Milcheinschuss halt, der spannt ein wenig. Aber meine Schwägerin macht sich solche Sorgen."
Besucher: "Sorgen? Wenn sie eine Entzündung kriegt, kann das GEFÄHRLICH werden! Das Baby kann krank werden! Und sie auch! Am Ende wird das so schlimm, dass sie dir die Brust amputieren müssen ... Patrizia, ich schwör dir, wenn DIE da pfuscht, dann kriegen wir sie vor Gericht!"

Montag, 11. Januar 2010

Die FSJlerin

Meine Güte, die Frau bringt mich um den Verstand.

Seit letzter Woche bin ich auf einer neuen Station, wo eine FSJlerin schon geraume Zeit aushilft - wir sind ein kleines Haus, und normalerweise sind auf den Kinderstationen keine Praktikanten, Zivis und FSJler. Ihre eigentlicher Bereich ist eine Station, die nur von Belegärzten betreut wird und über die ganzen Feiertage geschlossen war; und eben von Erwachsenen bevölkert ist.

Sie ist ganz begeistert über die Arbeit mit Kindern und geht auch wirklich nett mit ihnen um und hat das auch richtig gut drauf, das spielen und Spielregeln erklären.

Sie belehrt und erklärt gern.
Wirklich.
Sehr gern.
Und zwar nicht nur die Kinder, sondern auch mich.
In einem Ton, als wär ich hochgradig schwachsinnig und 8 Jahre alt.
Klar kenn ich mich nach einer kurzen Zeit noch nicht so gut auf der Station aus, wie nach 2 Monaten, aber ein bisschen Menschenverstand kann einem durchaus zugetraut werden.

Beim Tischdecken.
Ich: "Brauchen wir noch Teller?" (gemeint war: Hast du schon welche geholt oder soll ich welche mitbringen?)
- "Natürlich. Wir essen doch auf Tellern, weißt du!"


Beim Brettspiel spielen. Ich würfle 5, fahr aus Versehen 6 vor, weil ich nebenher noch gequatscht und nicht aufgepasst habe.
"Viva, jetzt nimmst du mal dein Hütchen und setzt es wieder dahin, auf deinen Startpunkt. Jetzt guckst du mal auf deinen Würfel. 5 Augen, siehst du? Und jetzt zählst du nochmal richtig und fährst ganz langsam mit."

Beim Essen. Sie erzählt, dass ihre Mutter die Plätzchen halb hat verbrennen lassen.
Ich: "Naja, so ein bisschen Röstaroma ist doch auch mal nett."
- "Nein nein. Das war nicht mit Absicht, weißt du? Plätzchen schmecken doch nicht, wenn sie verbrannt sind. Wir tun sie sonst immer raus, wenn sie noch nicht schwarz sind. Das war nur aus Versehen."



ARGH.

Freitag, 8. Januar 2010

Na und?

"Dann ist mein Sohn eben 5 Jahre alt und kann nicht sprechen. Dann geht er halt in die Sonderschule."


Der Junge konnte kaum ein verständliches Wort hervorbringen. Vom Denken her schien er einigermaßen mitzukommen, ihm fehlten einfach nur die richtigen Wörter.

"Gib mwuhgunana!"
- "Was?"
angestrengtes Überlegen, dann langsam und deutlich: "Mwuhguana?"
- "Ich versteh dich leider nicht. Was meinst du?"
ungeduldiges Überlegen, leicht anders klingende, gemurmelnde Worte, dann lauter: "MWUH-GUANANA!... bitte!"


"Nein, spielen tun wir nicht mit ihm. Am Besten er sitzt vorm Computer, da kann er sich nicht weh tun."

Samstag, 2. Januar 2010

Happy whatever

Erstmal das übliche Geglückwünsche zu diversen Fest- und Feiertagen ;)


Da die letzten Beiträge alle nur über schreckliche Eltern gewesen sind möchte ich mal sagen.. nein, es gibt nicht nur schreckliche Eltern.
Nicht nur diese sind manchmal nervig, benehmen sich furchtbar und bringen einen dazu, hemmungslos den Kopf zu schütteln - sondern auch die Kinder.

Oh mein Gott, sie hat es tatsächlich ausgesprochen! Und die will Kinderkrankenschwester werden und hat trotzdem solche Gedanken?!
Ja, tu ich. Ich denke trotzdem nicht, dass ich deswegen den falschen Beruf habe ;)


Manchmal, da gibt es Kinder... ja, die schrappen an der Grenze zu unerträglich. Jetzt ohne darauf einzugehn, welche Erkrankungen sie haben, welche Erziehung sie genossen habe, inwieweit sie irgendwo betreut werden - manchmal gibt es wirklich schreckliche Kinder.

Da kriegt man ein "Halts Maul" an den Kopf geknallt, wenn man einen guten Morgen wünscht,
da werden Nierenschalen und Kissen geschmissen,
da explodieren kleine Divas in schrecklichen Wutanfällen und kreischen die schlimmsten Beleidigungen, die man einer 9jährigen zutraut,
da bekommt man Tabletten ins Gesicht geworfen,
da wird wutentbrannt auf den Boden gespuckt...

Ja, auch auf die Kinder kriegt man manchmal eine Wut, man schüttelt den Kopf und bemitleidet die Eltern, die weinend und verzweifelt da sitzen und sich fragen, was nur passiert ist.

Montag, 21. Dezember 2009

Aber das ist doch ganz normal in dem Alter!

Eltern sind Weltmeister im guten, alten Schön- und Kleinreden.

"Kinder sind halt so."
"Aaaach, bei meinem Großen war das genauso."
"Jeder hat seine Eigenheiten."

Sowas erwartet und hört man oft, vor allem im SPZ.

Folgende Situation:
Ein 5 Jahre altes Mädchen kommt mit Mutter und Vater ins Zimmer.
Linda ist das jüngste von 6 Kindern, eine Nachzüglerin, das Nesthäkchen, und die restlichen Kinder schon fast aus dem Haus..
Still und schüchtern sitzt das Mädchen auf dem Stuhl, lächelt aber freundlich und hat das Wiegen und Vermessen gut mitgemacht.

"Ändern Sie das Kind! So gehts nicht weiter!"

Huch? Das scheint interessant zu werden.

Der Arzt unterhält sich erstmal mit dem Mädchen und fragt einiges nach - wie ists im Kindergarten, wo gibts Probleme, wie gehts ihr? Dann ein paar Logikfragen - warum schnallt man sich im Auto an, warum spielt man nicht mit Feuer. Das Mädchen antwortet sinnvoll und deutlich, man sieht, dass sie sich anstrengt.

"Sehen Sie? Das macht sie immer. Wenn ICH mit ihr rede, dann redet sie nie so deutlich! Die ganze Logopädie umsonst! Jahrelange Arbeit für die Katz! Wenn sie vom Kindergarten erzählt und alles nur schnell aufgeregt hinlispelt, krieg ich fast zuviel. Ich hab ihr schon SO oft gesagt, wenn sie nicht RICHTIG redet, soll sie lieber ganz den Mund halten. Das will doch keiner hören."

Linda bekommt ein Blatt und darf malen.
"Nee nee, das können sie gleich vergessen. Die Bilder taugen eh nur zum wegschmeißen."
Auf dem Bild ist ein Weihnachtsmann mit großen Händen; man hat sie die 5 Finger abzählen hören.
"Sehen Sie? Solche Flossen hat doch kein Mensch! Ein Monster, das sieht doch aus wie ein Monster!"

Linda malt still am Kindertisch weiter, nun werden die Eltern befragt.

Wie siehts denn mit der Konzentration aus?
"Ganz, ganz schlecht! Nichtmal 45 Minuten kann sie auf ihrem Arsch sitzen bleiben. Und wenn, dann auch nur abends! Wir wollen aber, dass sie sich tagsüber ruhig beschäftigt!"

Wie läufts denn im Kindergarten?
"Furchtbar, ganz ganz furchtbar! Beschwerden kamen zwar noch keine, aber wenn sie sich genauso verhält wie zu Hause, dann ists echt für die Tonne. Immer will sie recht haben und erklärt ihren Standpunkt stundenlang, auch wenns keine Sau interessiert."

Wie ists mit der Motorik?
"Oh Gott, fragen sie nicht. Wenn Sie wüssten, wie lange sie fürs ausschneiden braucht! Und dann sind trotzdem überall Zacken und Ränder drin. Ich hab ihr schon so oft gesagt, dass wir den Scheiß so nicht aufhängen, aber es wird nicht besser."


Klein- und Schönreden hilft keinem - aber jedes bisschen Selbstachtung eines kleines Mädchens mit sehr deutlichen Worten im Keim zu ersticken auch nicht.

Elternmobbing

So, ein freies Wochenende, und ich platze vor Mitteilungsbedürfnis ;)
Ich hatte letzten Wochen die Chance, einen Außeneinsatz in einem großen sozialpädiatrischen Zentrum zu absolvieren.

Ich durfte bei vielen Erstvorstellungen dabei sein und möchte euch von der Ersten erzählen.

Angekündigt war ein Kind, 11 Jahre, Verdacht auf ADHS, Schulprobleme, Aggressionen, Prügeleien etc. - also quasi ein Fall für RTL Super Nanny, denkt man.

Es fing alles an, dass sich der Junge vor knapp einem Jahr mit einem Mitschüler geprügelt hatte. Es war eine kindische Rauferei, mit "Du Brillenschlange" und "Halts Maul, du Arsch". Besagte Brille des gegners ging dabei zu Bruch.
Doch seit dem Vorfall war nichts mehr so, wie es war, erzählte der Junge. Die Eltern der "Brillenschlange" gingen zur Polizei, setzten sich mit der Schule in Verbindung und trieben langsam aber sicher den Jungen in eine Isolation
Einzeln sollte er sitzen, es sei unzumutbar, dass er am Stuhlkreis teilhaben dürfe, dieser Rowdy.
Schulsport - nein, nicht mit diesem Prügelknaben, was für ungeheure Aggressionen er beim Völkerball an den Tag lege - so fest schmeißt doch kein anderer den Ball auf Mitschüler!
Die Kinder hatten sich schon längst wieder vertragen, aber für die Erwachsenen wars noch lange nicht vorbei.
Immer mehr Eltern schlossen sich dem Ganzen an, ohne dass dazwischen noch ein Vorfall gewesen wäre niemand durfte mehr mit ihm spielen, auf die Klassenfahrt sollte er gleich dreimal nicht mitgehn, am Kuchenverkauf nicht teilnehmen..
der Junge war komplett isoliert. Offiziell zumindest. Heimlich spielten die Kinder weiter miteinander, sie hatten ja keinen Streit, sondern die Erwachsenen.

Nun ging es eben so weit, dass die Eltern die Versetzung des "Prügelknaben" auf eine Förderschule anstrebten. Nicht die eigenen, nein - sondern die der "Brillenschlange" plus Klassenpflegschaft.
Und die Schule steigt total drauf ein.

Mutter und Vater des Prügelknaben sind hochgradig verzweifelt. Nein, perfekt ist ihr Sohn nicht, aber die Noten sind ok und weder aus dem Fußballverein noch aus der Musikschule kamen je Beschwerden über sein Verhalten.
Sie kämpfen jetzt darum, dass ihr Sohn endlich wieder normal behandelt wird und auf eine gewöhnliche Schule gehn kann.


Ich war echt sprachlos nach der Geschichte. Ich kann nur wiedergeben, was die Eltern aus ihrer Sicht erzählt haben. Mobbing mit soviel Verbissenheit, als Erwachsener einem Kind gegenüber.. wow.
Sprachlos, wirklich.

Samstag, 12. Dezember 2009

Stress

Ich würde so gern Geschichten posten, vor allem da ich jetzt auch wieder ein paar aktuelle habe - nur leider bin ich grad so im Stress (Arbeit, Privatstress, dazu noch komplizierter Arbeitsweg und hohen Zeitaufwand deswegen), dass ich nichtmal dazu komme, eine gescheite Mahlzeit zu essen.

Sobald ich aber wieder nen Tag frei hab, werd ich mich sofort dransetzen, versprochen.

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Das akute Abdomen

(bedrohliche Musik bitte hier einspielen)

..kleine Geschichte aus der Zeit vor der Schweinegrippe.

Eine Mama mit Kind im Schulalter stürmt die Rezeption des Kinderarztes.
"Es ist dringend, ich bin sofort hergekommen. Ich arbeite selbst in der [große, bekannte Unilinik], ich bin mir sicher, mein Sohn hat ein akutes Abdomen!!!"
Der Junge kam in ein Zimmer, und der zuständige Arzt wird abgefangen, als er nur die Klinke des anderen Behandlungsraumes berührt.
Ich springe natürlich sofort ins "Notfall"-Zimmer mitrein, immerhin hab ich sowas aufregendes noch nicht gesehn - ein akutes Abdomen!


Der Arzt wendet sich an den Jungen, der auf der Pritsche liegt:
"Wie gehts dir?"
- "Es geht so."
"Was ist los?"
- "Ich.. ich hab halt Bauchschmerzen. Da *zeig*"
"Hast du Fieber? Oder gespuckt?"
- "Nein. Aber pupsen muss ich sehr oft."
"Pupsen?"
- "Ja, gestern gabs Zwiebelkuchen. Ich und mein Papa pupsen dann immer wie die Weltmeister, sagt Mama."


Das akute Abdomen erwies sich dann als simple Blähungen ohne sonstige Beschwerden nach hochgradigem Zwiebelgenuss.
Die Mutter wurde dann darauf angesprochen, warum sie von einem wirklich ernstzunehmenden Notfall sprach, und sich als Medizinerin ausgab, die ein akutes Abdomen erkennt, wenn sie eins sieht.

"Na, in so einer Situation wird doch wohl eine Notlüge erlaubt sein. Wir wollten doch auch nur Sab Tropfen, das dauert doch nicht lange."
"In so einer Situation?"
"Na, sehen Sie nicht, WIE VOLL das Wartezimmer ist?!!"

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Test, zwo drei

Ich hab jetzt, angeregt durch Buchstabensalat das Layout farbentechnisch ein bisschen überarbeitet.
Dazu hab ich meine Helligkeit drastisch runtergefahren und einfach mal durchgetestet - ich hoffe, das diese Farbgebung für jeden gut zu lesen ist (meinen Lieblingsfarben grün und schwarz wollte ich nämlich nicht komplett untreu werden).

Falls doch ein Problem auftreten sollte, einfach bescheidgeben! :)

Dienstag, 1. Dezember 2009

Stümperviva am Werk

Dank der Hilfe von Albert Zangerl habe ich nun einen Feed, den man unter http://vivalaviva.twoday.net/index.rdf abonnieren kann.

So ganz hab ich das technische Krimskrams nicht im Griff, ich hoffe ihr versteht das. (Hey, ich war früher mal echt in sowas! Nur hab ich irgendwann den Schuss nicht mehr gehört. Das dürfte so .. 2005 gewesen sein. :D Seitdem tret ich auf der Stelle.)

Ich bin immer offen für Verbesserungsvorschläge, "Must haves" und Tipps. Ich weiß ja wirklich nicht, was man heutzutage so alles braucht :D

Was ich ganz praktisch fände, wäre eine zweite Kategorie für meinen Blog, sodass Geplapper und Berufliches getrennt wären - ich mache nebenher nämlich noch Buchrezensionen, sowie Reviews von verschiedenen Produkten, koche und backe gern - und naja, das übliche Privatgeplapper eben.

Da das für die meisten eher nicht interessiert, dachte ich mir, eine zweite Unterkategorie einzuführen, die man dann seperat anklicken muss, falls Interesse besteht und nicht auf der "Hauptseite" angezeigt wird.

Da ich mit Twoday allgemein nicht so gut zurechtkomme (mag auch an meiner Unfähigkeit liegen), hab ich mir auch schon überlegt, jetzt wo es noch nicht viel zu schleppen gibt, zu einem anderen Hoster umzuziehen.

Nun, wir werden sehn - vielleicht mal an einem Wochenende ;)

Samstag, 28. November 2009

Optimisten

Auch bei uns ist die neue Grippe angekommen, ein riesiger Schwall an kranken, "kranken" und gesunden Kindern überschwemmt die Ambulanzen. Auch prophylaktische Vorstellungen von beschwerdefreien Kindern in der Nacht von Samstag auf Sonntag sind mit dabei. ;)

Letztens stellte sich eine Mutter mit einem 5jährigen Kind vor, das recht schlimm hustete. Der Junge hatte das Schlimmste eigentlich schon hinter sich, fieberte nicht mehr, und jetzt musste nur noch der Schleim raus.
Die Mutter bestand jedoch vehement auf ein Röntgen.
Egal, wie gut ihr der Arzt zuredete, dass der Bub auf keinen Fall eine Lungenentzündung, sondern einen simplen Husten hatte - sie ließ es nicht gelten.
"Darum gehts mir doch gar nicht!", hat sie dann fast schon gebrüllt und gestikuliert.
"So wie er hustet, ist das was Schlimmes! Ich hab im Internet geschaut - es gibt so Knochenverwachsungen, dass die Rippen ganz schief und krumm werden und ihm in die Lunge stechen! ICH will nicht, dass MEIN KIND daran stirbt, dass er von seiner eigenen Rippe erstochen wird!"

Sie ließ sich nicht davon beeindrucken, dass das Kind keine Schmerzen hat, kein Blut hustet und vollkommen normal gewachsen ist. Jede Rippe war getastet und an ihrem Platz, doch die Frau steigerte sich immer mehr in die Sache rein.
Der Assistenzarzt war fast schon hilflos, denn die Dosis Röntgenstrahlen, die man dem armen Jungen umsonst und für nichts und wieder nichts durch den Körper jagen würde, ist ja auch nicht ohne..

Das letzte, was ich von der Dame gesehn habe, war, dass sie fluchend und keifend aus dem Zimmer gestürmt ist, und in einem sehr unangenehmen Ton verkündet hat, dass sie sich über so eine Ignoranz und so einen Leichtsinn beschweren wolle.

Leider weiß ich nicht, wie es weiterging - aber hey, immerhin eine, die sich nicht von der Schweinegrippenpanik anstecken ließ :D

Sonntag, 22. November 2009

Noch mehr Notfälle

Mir ist noch was zu theatralischen "Hilfe, ein Notfall!"-Rufen eingefallen.

Als ich an der Ambulanz stationiert war, kam eine aufgeregte Mutter mit Kind im Arm um die Ecke gehetzt. Sie rief mir schon von weitem "Schwester, hilfe! Ein Notfall!" entgegen und mir rutschte erstmal das Herz in die Hose.
Ich rannte ihr entgegen und fragte total überfordert, was passiert sei:

"Mein Kind! Es ist.. keuch.. wir waren.. also.. beim Grillen.. es.. es hat eine ZECKE am Arm!"

Grippe, Notfälle und so weiter

Wer hätte es gedacht, auch hier drehn die Eltern bezüglich der neuen Grippe rund.

Selbstverständlich machen sich die Eltern sorgen und kontaktieren beim kleinsten Verdacht auf Infekt ihren Kinderarzt - und der rät ihnen, zu Hause zu bleiben und das Fieber zu senken, weil sie auf dem Weg und vor allem im Krankenhaus viele andere anstecken bzw. sich anderes einfangen.
Nur passt das den meisten nicht und sie setzen sich dann schlichtweg ins Auto und fahren los.

Nach langer Wartezeit an der Notaufnahme (keifender Ton inklusive) kommen sie um die Ecke gehastet und rufen Sachen wie "Notfall!" oder "Schnell, mein Kind hat Schweinegrippe!"
... im Endeffekt stellt sich raus, dass das Kind weder Fieber, noch Husten, noch Schnupfen hatte, sondern die Mutter am Abend vorher Ausschlag an den Armen des Kindes gefunden hat (..und im Moment fidel durch die Gegend saust und spielt)

Hachja, Eltern. :)

Samstag, 14. November 2009

Wertschätzung (Achtung, Klischee)

Ein gaaanz großes Wort im Bereich Pflege ist "Wertschätzung". Egal welche Voraussetzungen, Ressourcen etc. mitgebracht werden und welche Unterstützungen notwendig sind. Egal, wie eklig und aufwendig diese sind. Egal, wie unverschämt der Patient auch manchmal sein kann.

Besonders Chirurgen und OP-Pflegern sagt man oft nach, dass diese mit dem sozialen Kontakt nicht so zurecht kommen und deshalb auf diesen Berufszwig mit minimalistischen Kontakt umgesattelt sind.

Sicher ist nicht jeder so, sicher macht das jeder aus unterschiedlichen Gründen (einfaches Interesse am Fachgebiet reicht ja schon);

...aber teilhaben möchte ich euch trotzdem an ein paar sehr klischeehaften OP-Anekdoten:

Einem Patient wird bei lokaler Betäubung eine Gewebeprobe aus der Brust entnommen. Aus irgendeinem unerfindlichen Grund muss er niesen - und zwar mehr als 10 Mal hintereinander.
Chirurg: "Können Sie vielleicht mal aufhören? Das stört hier beim operieren."
Anästhesieschwester: "Unterdrücken Sie das mal! Sie würden das doch auch nicht wollen, dass jemand so unverschämt rumniest, während Sie versuchen ihn zu operieren! Dr. X hat ein SKALPELL in der Hand, es besteht VERLETZUNGSGEFAHR! Mann, Mann, Mann!"

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

Wenn er sie liebt wird...
Wenn er sie liebt wird er zurückkehren....
Traumwanderin (Gast) - 9. Feb, 23:16
Upps... Dieser Kommentar...
Upps... Dieser Kommentar sollte eigentlich in deine...
Kindersegen (Gast) - 2. Feb, 19:44
Komm, gib's zu!
Du hast "Cafeteria" oder "Hotel" auf der Stirn stehen,...
Kindersegen (Gast) - 2. Feb, 19:40
Ürx, das ist ja...
Ürx, das ist ja ganz schrecklich... Und da kannst...
Maja Ungeduld - 26. Jan, 16:40
Geben die Besucher bei...
Geben die Besucher bei dir dann ihre Ehepartner ab?...
vivalaviva - 26. Jan, 15:32

Web Counter-Modul